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Wie Sie das Börsen-Chaos am besten meistern
Ausgabe vom 24.03.2025
Wie Sie das „Börsen-Chaos“ am besten meistern
von Torsten Ewert
Viele halten die Börse für irrational. Verständlich: Noch im November feierten die Anleger die US-Wahlergebnisse und damit die absehbare neue Politik der USA. Nun werden die Ankündigungen von damals umgesetzt und die Börsianer kriegen kalte Füße. Da können Außenstehende tatsächlich nur den Kopf schütteln …
Die Börse als adaptives System
Manche sind daher auch der Meinung, Börse sei Chaos. Aber ursprünglich bezeichnet Chaos einen Zustand vollkommener Unordnung. Doch an der Börse tauchen immer wieder Regelmäßigkeiten auf – z.B. bestimmte Formationen und natürlich Aufwärts- und Abwärtstrends. Eine vollkommene Unordnung gibt es also nicht!
Die Börse ist ein adaptives – also anpassungsfähiges – System. Es passt sich verschiedenen Gegebenheiten an, z.B. der Geldpolitik, den Unternehmensergebnissen bzw. der allgemeinen Wirtschaftslage, den verschiedenen Preisen.
Adaptive Systeme sind aber stets pfadabhängig, das heißt, sie „rasten“ immer wieder in einen Zustand ein. Dann beginnen Trends, entstehen Muster usw. Es ist so ähnlich wie beim Wetter: auf Schönwetter folgt Schlechtwetter. Manchmal ist das Wetter auch wechselhaft, genau wie die Börse. Dann können sich die Gegebenheiten ändern – sie müssen es aber nicht.
So geht beim Wetter nach einem Gewitter der Sommer einfach weiter; an der Börse wird der Aufwärtstrend nach Konsolidierung oder Korrektur fortgesetzt. Wirkliche Trendwechsel sind da wie dort eher selten.
Der Unterschied zwischen Wetter und Börse
Anders als beim Wetter gibt es bei der Börse eine Besonderheit: Dort spielt die (Massen-)Psychologie eine große Rolle. Während das Wetter – zumindest theoretisch – nach feststehenden Naturgesetzen erklärt werden kann, wird die Börse stark von Emotionen gesteuert.
Und es gibt noch einen Unterschied: Ja, auch das Wetter kann uns deprimieren oder aufheitern – genauso wie die Börse. Aber das Wetter können wir nicht beeinflussen. (Ok, ich habe noch nicht probiert, ob Regentänze helfen …) Etliche Börsianer meinen dagegen, sie könnten die Börse sehr wohl beherrschen. Der Anfang vom Ende einer Trader-/Anleger-Karriere …
Dabei sind wir Börsianer nur wie Bauern: Wir versuchen, die Trends an der Börse zu unseren Gunsten zu nutzen. Die Bauern haben es jedoch einfacher: Die jahreszeitlichen Wetterwechsel sind relativ vorhersehbar. Entsprechend können die Bauern von den nützlichen Wetter-Trends profitieren und den schädlichen ausweichen.
Jede Ordnung an der Börse wäre längst entdeckt worden
Tja, das würden wir Börsianer ja auch gern, aber so berechenbare Trends wie beim Wetter (und selbst da ist es tricky genug) gibt es leider an der Börse nicht. Trotzdem sind immer wieder Möchtegern-Trader auf der Suche nach der ultimativen Methode oder glauben, sie gefunden zu haben, wenn es mal eine Zeitlang besonders gut läuft. Eine Illusion …
Gäbe es so eine Methode, müsste es eine „Ordnung“ an der Börse geben. Angenommen, es gäbe diese Ordnung. Meinen Sie nicht auch, dass dann schon IRGENDWER diese Ordnung entdeckt und ausgenutzt hätte? Bedenken Sie, welches ungeheurere, menschliche Potenzial an Intelligenz sich tagein, tagaus mit den Börsen beschäftigt!
Und wenn es einer könnte, würden bald auch viele andere darauf kommen. Inzwischen wurde längst auch die KI auf dieses Problem angesetzt. Trotzdem hat man noch nichts von einer solchen, jederzeit funktionierenden Methode gehört, mit der man stets auf der Gewinnerseite steht. (Daran ändert auch nichts, dass viele immer wieder argwöhnen, böse und geheime Kräfte würden gegen sie traden. Und ja, es ist völlig illusorisch, dass ein solches System lange geheim bliebe.)
Wenn es doch eine unfehlbare Methode gäbe …
Aber nehmen wir an, eine solche unfehlbare Methode würde entdeckt. Sie bliebe also auch nicht geheim; zumindest langsam würde die Kunde davon ihren Weg auch zum allerletzten Anleger finden. (Ok, vorher berichten natürlich die Boulevardmedien und Ratgeberzeitschriften darüber.)
Aber schon lange zuvor würde Folgendes geschehen: Nehmen wir an, das System gibt ein todsicheres Einstiegssignal. Wenn immer mehr Menschen die Methode kennen und damit das gleiche Einstiegssignal entdecken, verringert sich zwangsläufig die Anzahl derjenigen, die zu diesem Zeitpunkt verkaufen.
Bald wären nicht mehr genug Verkäufer da, um die Einstiegswilligen zu versorgen. Gut, dann kaufen sie eben etwas später. Aber über kurz oder lang wird dann der Kurs regelrecht explodieren – weil niemand verkauft (es ist ja ein Einstiegssignal!), aber alle kaufen wollen.
(Das ist übrigens kein theoretisches Beispiel. In der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende ist das teilweise bei jedem Börsengang einer „Tech“-Aktie passiert: Das „Einstiegssignal“ war die Zeichnungsfrist, aber da nicht alle Interessenten bedient werden konnten, kaufte der Rest erst nach Erstnotiz. Und weil die glücklichen Erstzeichner genau darauf spekuliert und nicht verkauft haben, schossen die Kurse oft in astronomische Höhen.)
Was dann geschieht
Bei unserer Methode würden alle, die zu spät kamen, beim nächsten Mal versuchen, schneller zu sein oder kurz vor dem eigentlichen Einstiegssignal zu kaufen. Das Einstiegssignal verschiebt sich dadurch zeitlich immer weiter nach vorne und würde damit irgendwann irrelevant. (Das Gleiche gilt sinngemäß auch für Ausstiegs-, Long-, Shortsignale usw.)
Diesen Prozess, dass sich ein Einstiegssignal zeitlich nach vorne verschiebt und dann auflöst, kann man an den Börsen immer wieder beobachten, wenn Regelmäßigkeiten auftreten, die irgendwann der Masse auffallen. So findet man kaum noch die klassischen Chartformationen (zumindest nicht so „regelgerecht“, wie sie ursprünglich waren), und auch viele Tradingsysteme (z.B. der „Turtles“) sind daher längst nicht mehr so populär. (Genauso, wie die Anti-Turtle-Strategien, die entwickelt wurden.)
Damit ist der Prozess der Adaption (Anpassung) des adaptiven Systems Börse perfekt beschrieben: Ein System, das (zeitweise) eine erkennbare Ordnung hat, versinkt wieder im „Chaos“, wenn wir versuchen, diese Ordnung mit irgendeiner Methode auszunutzen. Der Grund dafür ist, dass derjenige, der dieses System Börse analysiert, dieses zugleich verändert – und zwar in dem Moment, indem er aufgrund seiner Analysen aktiv eingreift (z.B. durch Käufe/Verkäufe).
Anders ausgedrückt: Der Pfad, dem die Börse aufgrund dieser vermeintlichen Ordnung eine Zeitlang folgte, wurde wieder verlassen. Eine Methode, welche die (zeitweilige) „Ordnung“ des Systems Börse ausnutzen will, wird damit zum Teil dieses Systems Börse, verändert es und beeinflusst damit die weiteren/eigenen Ergebnisse. Es ist so ähnlich wie mit Schrödingers Katze, nur an der Börse…
Warum viele Trading-Methoden dennoch funktionieren
Das heißt nicht, dass keine Analyse-, Trading- oder Anlagemethoden an der Börse funktionieren! Sonst gäbe es ja nicht die klassische Charttechnik, die -zig Indikatoren, Fibonacci-Technik, Elliott-Wellen, Gann-Diagramme und was der menschliche Geist sonst noch so ausgeheckt hat. Das alles wird ja genutzt, und oft genug auch mit Erfolg.
Und die meisten haben schon mal eine echte „Glückssträhne“ gehabt, in der die eigene Methode bestens funktioniert hat. Dann ist das System Börse „eingerastet“ und hat – nach einer Anpassung – eine Ordnung angenommen, bei der genau diese Analyse-/Trading-Methode erfolgreich eingesetzt werden konnte. Dann ist das System Börse eine Zeitlang diesem Pfad gefolgt – bis zum nächsten Wechsel. (Und bei einer Pechsträhne folgte es einem völlig anderen Pfad …)
Erfolgreiche Trader sind daher diejenigen, die diese Besonderheit des Systems Börse bewusst oder unbewusst erkannt haben und insbesondere nicht versuchen, die Börse zu „beherrschen“. Im Gegenteil, sie nehmen mit gewisser Demut Gewinne und Verluste hin (und versuchen, insbesondere die Verluste in engen Grenzen zu halten).
Sie wissen instinktiv, dass ihre Methode(n) mal besser, mal schlechter abschneiden (meist sind es die ganz einfachen, die „immer“ funktionieren) – je nachdem, auf welchem Pfad das System Börse gerade unterwegs ist. Erfolgreiche Trader fahren daher meist mehrgleisig und erzwingen nichts – sie machen eher zu viel Pausen (nicht nur, wenn es mal gar nicht läuft) als zu wenig. Und sie arbeiten zudem aktiv an ihrem mentalen Zustand, der – wie bei allen anderen – ebenfalls mit dem Börsen-„Wetter“ wechseln kann.
Mit wenig Aufwand langfristig zum Erfolg
Und dann gibt es noch die Anleger, die mit erstaunlich wenig Aufwand beachtliche Erfolge erzielen: mit einfachen Index-ETFs, den guten alten Sparplänen, einer breiten Diversifikation des Portfolios, eventuell einem periodischen Rebalancing verschiedener Vermögensklassen.
Sie brauchen jedoch eine besondere mentale Stärke – dürfen sie sich doch von einer allgemeinen Panik oder Euphorie nicht anstecken lassen. Manche schaffen es sogar, in Crashs nachzukaufen (und vorher für die nötige Liquidität zu sorgen).
Aus meiner Sicht ist das Aufwand-/Nutzen-Verhältnis bei der Langfristanlage besser. (Aber da wir Menschen auf sofortige Belohnung aus sind und schlecht warten können – wie beim Marshmallow-Test, insbesondere mit Kindern eindrucksvoll gezeigt –, liebäugeln die meisten Börsianer mit dem Trading.)
Den Grund für die bessere Performance sehe ich vor allem darin, dass langfristig Börse und Wirtschaft in die gleiche Richtung tendieren (was kurzfristig nur selten der Fall ist). Oder, wie es Warren Buffett prägnant formulierte: „Kurzfristig ist der Markt eine Abstimmungsmaschine, langfristig aber eine Waage.“ Und solange die Wirtschaft langfristiges Wachstum generiert, werden auch die Aktienkurse steigen.
Auf welchen Pfad die Kurse nun einschwenken
In jüngster Zeit erhielt ich allerdings ein paar E-Mails besorgter Leser meines Geldanlage-Briefs, die aufgrund des eingangs genannten Stimmungsumschwungs nun eine Baisse befürchten, also einen erneuten Pfadwechsel des Systems „Börse“. Natürlich kann man dieses Szenario nicht ausschließen, aber man kann sich vorbereiten: zum einen durch eine Analyse der diversen Signale und Marktreaktionen, zum anderen durch eine robuste Auswahl der eigenen Investments (sodass eventuelle Schocks „gedämpft“ werden).
Beides mache ich regelmäßig in meinem Geldanlage-Brief. Und in der Monatsausgabe April, die am Freitag erscheint, gehe ich insbesondere auf die voraussichtliche weitere (und verschärfte) US-Politik sowie ihre möglichen Folgen für Ihre Investments ein. Und ich nenne konkrete Anlagen, bei denen Chancen winken bzw. Risiken drohen. Also melden Sie sich gleich hier zum 30-tägigen kostenlosen Probeabo des Geldanlage-Briefs an! Dann erhalten Sie diese wichtige Ausgabe gleich nach Erscheinen direkt in Ihr E-Mail-Postfach.
Mit besten Grüßen
Ihr Torsten Ewert
PS: Übrigens zeige ich Ihnen in den Einführungsbroschüren, die Sie sofort nach Ihrer Anmeldung erhalten, wie Sie ganz generell Ihre persönliche Wohlfühl-Geldanlage aufbauen. Damit Sie auch dann ruhig und ohne Sorgen um Ihr Vermögen schlafen können, wenn die Börse mal wieder besonders chaotisch erscheint. Also gleich hier klicken!
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