Sichere Häfen sind wieder gefragt
Ausgabe vom 23.10.2018 von Torsten Ewert
von Torsten Ewert
Nach dem Verfallstag zeigt sich der DAX weiter schwach. Heute erreicht er sogar ein neues Jahrestief und setzt damit seine Abwärtsbewegung fort, die er nach dem Abschluss der großen Top-Formation vor rund zwei Wochen begonnen hat.
Diese Schwäche des Aktienmarkts führte dazu, dass die „sicheren Häfen“, wie Bundesanleihen, wieder gefragt sind. Auch Gold legte zuletzt wieder merklich zu.
Schalten die Anlege bald wieder in den Krisenmodus?
Bemerkenswert ist jedoch die Situation bei Bundesanleihen – im folgenden Chart anhand des Bund-Futures dargestellt: Seit 2016 bewegte sich der Kurs in einer klaren Seitwärtsbewegung (unteres Rechteck). Mit dem Einbruch der Aktienmärkte zu Jahresbeginn legte der Bund-Future allerdings wieder deutlich zu (siehe roter Pfeil) – und brach im Mai aus seiner damaligen Seitwärtsbewegung aus. Ab August setzte der Kurs dann wieder zurück. Doch die aktuelle Schwäche führte zu einer perfekten Bestätigung des vorherigen Ausbruchs (siehe grüner Pfeil).

Charttechnisch kann der nun etablierte neue Aufwärtstrend fortgesetzt werden. Insbesondere wenn demnächst auch die kurzfristige rote Abwärtslinie und die neuralgische 160-Punkte-Marke überwunden werden, sind theoretisch sogar neue Hochs möglich.
Steigende Kurse bei Anleihen bedeuten jedoch stets fallende Zinsen und die 160-Punkte-Marke im Bund-Future ist die Marke, ab der die betreffenden Anleihen negative Zinsen „bieten“. Kurse über 160 Punkte oder gar ein neues Allzeithoch wären demnach ein Zeichen, dass die Anleger wieder in den Krisenmodus schalten. Das ist dann höchstwahrscheinlich auch mit entsprechend negativen Folgen für die Aktienmärkte verbunden…
Über den Autor: Torsten Ewert ist Chefredakteur der Börsenbriefe Geldanlage-Brief und Aktien-Perlen. Mehr über Torsten Ewert erfahren Sie hier.