Marktbericht vom 10.10.2018 - 9:40 Uhr
Ausgabe vom 10.10.2018 von Bernd Raschkowski
Guten Morgen
In Frankfurt herrscht auch am Mittwochvormittag Käuferstreik. Aktuell notiert der Deutsche Aktienindex um 0,4 Prozent niedriger bei 11.924 Punkten. Im Blickpunkt steht die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen aus Italien, welche momentan als eine Art Angstbarometer gilt. Heute steigt die Rendite um elf Basispunkte auf 3,58 Prozent – ein neues Verlaufshoch.
Zwar lösten sich gestern Nachmittag die Märkte etwas von den Tiefs, eine echte Gegenbewegung wurde jedoch nicht eingeläutet. Die Wall Street ging gestern nahe der Nulllinie aus dem Handel. Für neuen Abwärtsdruck sorgt jedoch die Aussage des Fed-Mitglieds John Williams, welcher sich für schnellere US-Zinserhöhungen aufgrund der starken Konjunktur in Amerika aussprach.
Der Internationale Währungsfonds veröffentlichte kürzlich seinen Bericht zur Lage des globalen Finanzsystems. Hier wird bestätigt, was wir alle längst wissen: Die Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China sowie andere geopolitische Faktoren könnten zu Einbrüchen und Verwerfungen führen. Der IWF sieht die Rücknahme der extrem expansiven Geldpolitik in den USA als Bewährungsprobe für das Weltwirtschaftssystem. Vor allem für die Schwellenländer werde die Kreditaufnahme schwieriger. Eigentlich nichts Neues, jedoch dürfte es die Sorge vor einer Ausweitung der Schwellenländer-Krise weiter befeuern.
Die Deutsche Telekom notiert derzeit an der DAX-Spitze (+ 1,5 %). Auch Wirecard und Münchener Rück liegen fester im Markt. Covestro, RWE und Infineon tragen dagegen die rote Laterne mit Abschlägen von jeweils rund 1,5 Prozent.
Bernd Raschkowski
Chefredakteur Allstar-Trader
www.stockstreet.de/allstar-trader