Wirecard: Start frei für den zweiten Schub
Ausgabe vom 18.09.2019 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Der Aktienkurs der Wirecard AG springt am Mittwoch um 3,3 Prozent nach oben. Damit sind die Verluste aus der Vorwoche fast schon wieder aufgeholt. Aktueller Kurs am Mittwoch, 18. September 2019 (10:30 Uhr): 158,00 Euro.
Die Charttechnik. Der Aktienkurs des Zahlungsdienstleisters befindet sich in einer attraktiven Ausgangslage. Dabei zeigen sich die Notierungen entlang der 200-Tagelinie (B) als solide unterstützt – diese verläuft bei aktuell 136,15 Euro. Knapp oberhalb davon, bei 139,75 Euro (C) findet sich eine weitere horizontale Unterstützungslinie. Nach einem Sprung von 130,40 Euro (Anfang August) bis auf knapp 160 Euro konsolidieren die Titel nun auf relativ hohem Niveau. Der MACD-Indikator (nicht ersichtlich) verläuft derzeit noch neutral, könnte aber bald schon ein neuerliches Kaufsignal generieren.
Die Hintergründe. Die Analysten von Kepler Cheuvreux haben bereits am Montag, 16. September, ihre Einstufung für die Wirecard-Aktie – angesichts der erweiterten Partnerschaft mit Unionpay aus China – mit »Buy« bestätigt – »Kaufen!« mit einem Kursziel von 225 Euro. »Der Zahlungsdienstleister schafft sich auf Umwegen die Möglichkeit, am großen chinesischen Markt teilhaben zu können, der für ausländische Anbieter eigentlich verschlossen ist«, so die Analysten.
Die Prognose. Das Chartbild sieht konstruktiv aus. Käme es zu einem Break out über die 159,80er-Marke (A), so wäre dies als starkes Kaufsignal zu bewerten mit einem nachfolgenden Kursziel um 170,70 Euro. Mittelfristig orientierte Anleger achten auf die Unterstützung entlang der 200-Tagelinie (B).
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.
Buy: Englisch für „Kaufen“.
Candle: s. „Kerze“
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Kerze („Candle“): Bildet innerhalb der Kerzenchartanalyse (Candlestick-Chartanalyse) die Kursdaten (Eröffnungs-, Hoch-, Tiefst-, Schlusskurs) einer Handelsperiode ab. Kerzencharts beinhalten damit wesentlich mehr Kursinformationen als herkömmliche Liniencharts.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.
Target: Englischsprachige Bezeichnung für „Kursziel“.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.