»T«-Aktie: Auf dem Boden der Tatsachen
Ausgabe vom 18.04.2018 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Der Aktienkurs der Deutschen Telekom AG zeigt sich wieder stark – und zeugt einmal mehr vom tatsächlichen Versuch einer Bodenbildung. Wieder mal? Die Chancen dafür sind gegeben. Kurs am Mittwoch, 18. April 2018: 14,05 Euro (10:14 Uhr).
Die Hintergründe. Die US-Bank JPMorgan hat ihre Einstufung für den Basiswert – vor Zahlen – mit „Overweight“ bestätigt. Das Kursziel: 18,40 Euro. „Das erste Quartal dürfte ereignislos verlaufen sein“, so die Equity-Analysten am Mittwoch, 18. April. „Der Fokus dürfte weiter auf dem Kapitalmarkttag Ende Mai gerichtet bleiben“, glauben die Analysten.
Die Charttechnik. Im Bereich um 12,72 Euro hat die T-Aktie einen Boden (C) markiert, der sich über mehrere Wochen erstreckt. Dabei bewirkte ein nahezu gleichzeitiges Kaufsignal (D) im MACD-Indikator auf wöchentlicher Kursbasis zusätzliches Kaufinteresse vonseiten der Investoren. Der Boden stellte übrigens das niedrigste Kursniveau seit Anfang 2015 dar.
Die Prognose. Der Aktienkurs nähert sich zunehmend einem Widerstandsbereich, der sich um 14 Euro erstreckt und durch eine Abwärtstrendlinie (A) verstärkt wird. Gewinnmitnahmen auf diesem Niveau würden nicht überraschen, zumal bei 14,74 Euro die fallende 200-Tagelinie eine zusätzliche Hürde nach oben darstellt. Auf der Unterseite sollten Investoren den Kursbereich um 13,50 Euro als Unterstützung im Auge behalten. Auch wenn aus der Bodenbildung sehr viel mehr werden könnte: Alles braucht seine Zeit. Die Notierungen der T-Akte sollten uns nicht davonspringen.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Equity: Englischsprachige Bezeichnung für „Aktie“. Eine andere englischsprachige Bezeichnung für Aktie ist (Stock)Share.
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Outperform: Englisch für „Übertreffen“. In diesem Falle handelt es sich um einen Begriff aus der Investmentsprache, der als Rating den Begriffen Accumulate und Overweight ähnelt. Diese von Investmentbankern vergebene Einschätzung (Rating) besagt grundsätzlich, dass einem Wertpapier im Vergleich zum Gesamtmarkt bzw. zu einem Sektor höhere Kurschancen zugetraut werden.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.