Siltronic: Widerstand voraus
Ausgabe vom 16.12.2019 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Die Notierungen der Siltronic AG konsolidieren zu Wochenbeginn auf hohem Niveau. Aktienkurs am Montag, 16. Dezember 2019 (15 Uhr): 88,52 Euro (-1,0%).
Die Charttechnik. Der Aktienkurs von Siltronic präsentierte sich in den vergangenen zwei Börsenwochen bullenstark. Dabei haben sich die Papiere um 22 Prozent verteuert. Alleine am Donnerstag, 12. Dezember sind die Notierungen um mehr als drei Prozent gestiegen. Damit stemmten sich die Papiere auf die Liste der Outperformer innerhalb des TecDAX. Dabei präsentieren sich die Kurse aktuell im Bereich ihrer 200-Tagelinie (A) als relativ solide unterstützt. Dieser gleitende Durchschnitt verläuft bei aktuell 72,68 Euro und verstärkt damit den Support um 70 Euro (B).
Die Hintergründe. Die Analysten der Schweizer Großbank UBS haben ihre Einstufung für die Aktien von Siltronic bereits Anfang Dezember mit »Neutral« bestätigt bei einem Kursziel von 81 Euro glatt.
Die Company. Die Siltronic AG ist ein Hersteller von Wafern aus Reinst-Silizium, der Grundlage für die moderne Mikro- und Nanotechnologie. Das Unternehmen mit Sitz in München ist der weltweit drittgrößte Hersteller von Wafern für die Halbleiterindustrie. Damit ist der ist im TecDAX gelistete Titel aber auch sehr abhängig von der Weltkonjunktur und etwaigen Strafzöllen.
Die Prognose. Der nächste kräftige Widerstand wartet im Bereich um 100 Euro (C). Langfristig betrachtet befindet sich der Chartverlauf von Siltronic in einer Bodenbildung. Der Sprung über den MA(200) (A) ist dabei sehr positiv zu bewerten. Diese Durchschnittslinie wurde im November / Dezember im Rahmen einer Korrektur noch einmal nach unten getestet – und als Unterstützung bestätigt. Chartisten achten auf das bisherige Jahreshoch bei 98,56 Euro. Ein Ausbruch nach oben würde ein langfristiges Kurspotenzial bis 160,55 Euro eröffnen; dort lag das bisherige Allzeithoch. Notierungen unterhalb von 70 Euro wären indes als kritisch einzustufen.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.