Siemens: Wieder im dreistelligen Bereich
Ausgabe vom 12.07.2022 von Manfred Ries
Von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Der Aktienkurs der Siemens AG präsentierte sich zuletzt gut behauptet. Die Siemens-Aktie am Dienstag, 12. Juli 2022 zur Schlussnotierung an der Heimatbörse in Frankfurt: 97,63 EUR (+0,9%).
Die Charttechnik. Im bisherigen Monatsverlauf sind die Notierungen der Siemens AG unter die psychologisch bedeutsame Preismarke von 100 EUR gerutscht. Mit einem Tiefstkurs bei 93,67 EUR kostete eine Aktie wieder so viel, wie letztmalig im Mai 2020. Der Abwärtstrend ist intakt, was sowohl durch die fallende 200-Tagelinie als auch durch den fallenden MA(200) visualisiert wird. Ein langfristiger Support, der vom Juni 2020 herrührt, konnte bislang verteidigt werden. Der nächste Widerstand ist ~100 EUR zu erwarten.
Die Hintergründe. Eine Abstufung der Siemens-Aktie durch das Analysehaus Bernstein hat zu Wochenbeginn die Kurse des Münchener Weltkonzerns belastet. Der entsprechende Analyst passte seine Bewertung mit Blick auf die europäische Investitionsgüterindustrie an ein Szenario moderater Konjunkturschwäche an.
Die Prognose. Der Rückschlag unter die 100-EUR-Marke ist grundsätzlich negativ zu bewerten. Halten sich die Notierungen ~94,81 EUR, bestünden gute Chancen für ein Comeback-Versuch über die 100-EUR-Marke. Hilfreich kommt hinzu, dass die Kurse von Siemens als überverkauft anzusehen sind – der Slow Stochastik als auch der DIX-Indikator zeugen davon. Ein Sprung über die 100-EUR-Preismarke aber würde nichts am bestehenden Abwärtstrend ändern. Hierzu bedürfte es dann schon eines Sprungs über 105 EUR.
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Der Autor: Manfred Ries begann 1984 seine Bankausbildung – der Einstieg ins Börsengeschäft. Dem folgten Tätigkeiten als Privatkundenberater und im Devisenhandel einer Großbank. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre absolvierte er bei einem namhaften Anlegermagazin ein Volontariat als Wirtschaftsjournalist und war lange Jahre als Redakteur in leitenden Positionen tätig. Seit vielen Jahren schon analysiert und schreibt Manfred Ries für Stockstreet.de als Chefredakteur der Online-Rubrik Chart-Analysen sowie als Autor des wöchentlichen Börsenbriefs Optionsscheine Expert Trader©.
*) Glossar:
200-Tagelinie (MA(200)): Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Disparity Indikator (DIX): Beschreibt den prozentualen Abstand zwischen dem Kurs und seinem gleitenden Durchschnitt. Ein DIX mit der Einstellung "28" im Wochenchart zeigt demnach den prozentualen Abstand zwischen Kurs und seiner 28-Wochen-Durchschnittslinie (entspricht in etwa der 155-Tagelinie im Tageschart).
Slow-Stochastik-Indikator: Der Indikator (Oszillator) hilft gerade in Seitwärtsbewegungen beim Aufspüren von Umkehrpunkten. Stochastik-Werte oberhalb der 80er-Linie deuten auf eine überkaufte Marktsituation hin; Stochastik-Werte unterhalb der 20er-Linie auf eine überverkaufte Situation. Handelssignale ergeben sich durch die Schnittpunkte der beiden Linien.
Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.