RWE: Der Widerstand bremst
Ausgabe vom 14.08.2017 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Die Aktien des Energiekonzerns RWE starten fester in die neue Handelswoche. Kurs am Montag, 14. August 2017 (10:45 Uhr): 19,15 Euro (+1,7%).
Die Hintergründe. RWE hat am Montag gute Zahlen veröffentlicht: Im ersten Halbjahr bleibt ein Überschuss von 2,7 Milliarden Euro übrig, nach 457 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Analysten der Deutschen Bank haben bereits in der Vorwoche ihre Einstufung für die RWE-Aktie mit „Buy“ bestätigt – Zitat: „Sollte sich der jüngste Kohlepreis-Anstieg fortsetzen, dürften die deutschen Strompreise noch stärker anziehen…“
Die Charttechnik. Die Titel von RWE haben ihren Schwächeanfall vom Juni/Juli beendet und streben wieder aufwärts. Mit Kursen um 19,15 Euro dringen sie nun aber in einen Widerstandsbereich (A) vor, der sich bis rund 20,89 Euro erstreckt. Die 200-Tagelinie (C) strebt aufwärts und zeugt vom mittelfristigen Aufwärtstrend. Der MACD-Trendfolgeindikator auf wöchentlicher Kursbasis ist neutral/leicht negativ zu bewerten.
Die Prognose. Der mittelfristige Aufwärtstrend ist grundsätzlich intakt; die jüngste Korrektur sollte ihren Boden erreicht haben. Dieser lag knapp oberhalb des 16,49er-Supports. Die derzeitigen Kursgewinne könnten RWE noch bis in den Bereich um 20,89 Euro tragen. Spätestens dann jedoch sollten sich Anleger auf Gewinnmitnahmen – sprich: auf eine Konsolidierung – einstellen. Ein Break out nach oben indes wäre als nachhaltiges Kaufsignal zu sehen. Eine solide Unterstützung findet sich im Bereich um 16,49 Euro (B).
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.
Buy: Englisch für „Kaufen“.
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.