RWE AG: Gut unterstützt in die Korrektur
Ausgabe vom 26.06.2019 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Der Aktienkurs der RWE AG bricht am Mittwoch um 1,7 Prozent ein. Damit setzt sich beim Energieversorger der Schwächeanfall der vergangenen Tage fort. Kurs am Mittwoch, 26. Juni 2019 (10 Uhr): 21,70 Euro.
Die Charttechnik. Die Notierungen der RWE-Aktie tendieren seit Herbst 2018 innerhalb eines intakten Aufwärtstrends nach oben. Dabei hat sich die aufstrebende 200-Tagelinie (A) als solide Unterstützung bewährt; diese verläuft bei aktuell 21,05 Euro und verstärkt damit auch die horizontale Support-Linie um diesen Bereich. Auf der Oberseite gilt das bisherige Jahreshoch bei 24,54 Euro als Widerstand.
Die Hintergründe. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die RWE-Aktie mit einem Kursziel von 29 Euro auf ihrer Conviction Buy List bestätigt. „Für vorgezogene Bundestagswahlen prognostizierten Umfragen den Grünen mit ~27 Prozent den höchsten Stimmanteil…“, so die Analysten in einer aktuellen Equity-Analyse. Eine Regierungsbeteiligung der Partei bedeute ein Risiko von etwa dreieinhalb Euro für die Aktie des Energieversorgers. Allerdings könnten ein angespannterer deutscher Energiemarkt und Kompensationszahlungen für einen schnelleren Kohleausstieg diese Auswirkungen kompensieren.
Die Prognose. Der mittelfristige Aufwärtstrend zeigt sich derzeit (noch) intakt. Anleger legen ihren Fokus jetzt auf den MA(200) bei 21,05 Euro. Sollte dieser gleitende Durchschnitt nach unten durchbrochen werden, so wäre von einem weiterer Kursrückschlag bis Richtung 20 Euro auszugehen. Der MACD-Indikator auf wöchentlicher Kursbasis hat bereits ein Verkaufssignal generiert und spricht damit eine Warnung an alle Bullen aus.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Bulle: Er steht im Börsenjargon für die Aufwärtsbewegung. Herleitung: Der Bulle stößt mit seinen Hörnern von unten nach oben – und stürmt allzeit nach vorne.
Buy: Englisch für „Kaufen“.
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.