Pro7Sat.1: Weitere Schwäche absehbar
Ausgabe vom 12.11.2017 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Die Aktien des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 zeigten sich in der Vorwoche extrem schwach: Die Kurse fielen um 13 Prozent. Schlusskurs am Freitag, 10. November 2017: 24,96 Euro (-3,1%).
Die Charttechnik. Die Abwärtsbewegung von ProSiebenSat.1 begann bereits Ende November 2015 bei einem Höchstkurs von 50,95 Euro. Seither fielen die Notierungen um 50 Prozent. Mit der kräftigen Abwärtsbewegung aus der Vorwoche wurde die Unterstützung um 27,91 (A) Euro nach unten durchbrochen. Der MACD-Indikator auf wöchentlicher Kursbasis ist negativ zu beurteilen und hat ein frisches Kaufsignal (D) generiert.
Die Hintergründe. Der Medienkonzern hat am vergangenen Donnerstag Geschäftszahlen vorgelegt – und damit Investoren und Analysten enttäuscht. Auch wurde die ursprüngliche Jahresprognose für 2017 nach unten korrigiert.
Die Prognose. Der Abwärtstrend ist intakt. Hiervon zeugt nicht zuletzt die stark fallende 200-Tagelinie (C). So kräftig der Kursrutsch aus der Vorwoche auch ausgefallen ist: Die Abwärtsspirale könnte sich sogar noch verstärken. Dies insbesondere dann, falls der aktuelle Support um 24,92 Euro (A) fallen sollte. Charttechnisch betrachtet würde sich dann erst wieder im Bereich um 20 Euro eine Unterstützung einstellen. Im Falle einer Gegenbewegung nach oben würde das potenzielle Erholungspotenzial bis 24,92 Euro reichen.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.
Target: Englischsprachige Bezeichnung für „Kursziel“.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.