Morphosys AG: Etwas für den langen Atem
Ausgabe vom 16.05.2019 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Die Papiere der Morphosys AG steigen am Donnerstag kräftig an und stemmen sich damit auf die Liste der Outperformer innerhalb des TecDAX. Schlussstand am Donnerstag, 16. Mai 2019: 93,50 Euro (+4,9%).
Die Charttechnik. Es geht wieder langsam nach oben mit den Kursen von Morphosys; hiervon zeugt der kurzfristige Aufwärtstrend (A). Allerdings steht der positiven Kursrichtung ein kräftiger Widerstand im Wege: Die nach unten strebende 200-Tagelinie (B). Solange diese fällt, solange gilt der übergeordnete Trend als »angeschlagen«. Positiv: Der MACD-Indikator auf wöchentlicher Kursbasis hat jüngst ein Kaufsignal (E) generiert.
Die Hintergründe. Die Analysten der Berenberg-Bank haben ihre Einstufung für die Morphosys-Aktie mit einem »Buy« bestätigt bei einem Target von 108 Euro glatt. Die Morphosys AG ist ein deutsches Biotechnologieunternehmen mit Sitz in Planegg bei München.
Die Prognose. »Eile mit Weile«, so möchte man sagen. Der Schnittpunkt im MACD-Indikator (E) ist grundsätzlich positiv zu bewerten und zeugt von einer potenziellen Trendwende nach oben. Doch wäre es noch verfrüht, in Jubelstimmung auszubrechen. Hierfür müsste schon auch die 100-Euromarke nachhaltig nach oben überwunden werden. Der kräftige Donnerstag hat zumindest schon einmal ein Vorstoß in Richtung MA(200) (B) unternommen – dieser gleitende Durchschnitt verläuft bei aktuell 93,93 Euro. Eine weitere Hürde nach oben wartet (neben der 200-Tagelinie) im Bereich um 100 Euro. Ein Break out nach oben wäre als Kaufsignal zu bewerten. Eine relativ stabile Unterstützung verspricht die Kursmarke von 79,86 Euro;
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.
Buy: Englisch für „Kaufen“.
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.
Target: Englischsprachige Bezeichnung für „Kursziel“.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.