Facebook: Die Q-Zahlen brachten den Crash
Ausgabe vom 26.07.2018 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Die Aktien der Facebook Inc. stehen am Donnerstag extrem unter Druck: Die Aktien verlieren am Donnerstag, 26. Juli, 19,5 Prozent an Wert und notieren kurz vor Handelsende am 26. Juli 2018 in New York bei 175,06 US-Dollar.
Die Charttechnik. Mit dem Crash vom Donnerstag wurde sehr viel Porzellan zerschlagen. Noch am Mittwoch markierte die Notierung mit 218,62 US-Dollar ein Allzeithoch. Der scharfe Kurseinbruch einen Tag später führte bei den Facebook-Aktien sowohl zu einem Durchbruch der Marke von 195,32 US-Dollar als auch der 200-Tagelinie (C). Der MACD-Indikator auf wöchentlicher Kursbasis ist derzeit noch positiv zu bewerten, könnte aber bei zunehmender Schwäche bald schon ein Verkaufssignal generieren.
Die Hintergründe. Am Mittwoch nach Börsenschluss veröffentlichte Facebook Quartalszahlen (Q-Zahlen). Diese lagen nicht im Bereich der positiven Erwartungen. Grund genug für Investoren, die Papiere abzustoßen. Die Analystenschätzungen bewegen sich nach den Q-Zahlen (im fundamentalen Bereich) zwischen 180 und 220 US-Dollar.
Die Prognose. Es wurde zwischen Mittwoch und Donnerstag viel Geld vernichtet. Innerhalb einer Nacht hat der Unternehmenswert um ein Fünftel abgenommen. Derzeit notieren die Facebook-Aktien knapp oberhalb der 170er-Unterstützung an einer mittelfristigen Aufwärtstrendlinie (B). Kommt es hier zu einer Kehrtwende nach oben? Noch ist nichts gesichert. Doch die 170er-Linie legt einen soliden Support nahe. Ein Break out nach unten würde ein Abwärtspotenzial bei 160 US-Dollar eröffnen.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.