Deutsche Bank nach Zahlen: Kräftiges Plus
Ausgabe vom 27.04.2020 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Der Aktienkurs der Deutsche Bank AG springt am Montagmorgen kraftvoll nach oben und gehört zu Wochenbeginn zu den ungeschlagenen Outperformern im DAX. Eine Stunde nach Handelsbeginn kostet eine Aktie der Deutschen Bank 6,06 Euro und damit 11 Prozent mehr als am Freitag.
Die Charttechnik. Mit dem kräftigen Kurssprung vom Montag gelang den Titeln ein Ausbruch über die 21-Tagelinie. Das ist, im kurzfristigen Zeitfenster, sehr positiv zu bewerten. Weitaus wichtiger aber erscheint die langfristige Kursentwicklung, gerade bei den leidgeprüften Aktien der Deutschen Bank. Abgebildet: Der Wochenchart. Erst diese langfristige Betrachtung erlaubt es, die Titel im größeren Kontext einzuschätzen. Die Titel erscheinen im Bereich um 5,30 Euro als relativ solide unterstützt. Dass der Aktienkurs jetzt wieder versucht, seine 6-Euromarke zurückzuerobern, sehen wir als positiv. Der nächste größere Widerstand aber wartet bei 6,38 Euro; dort lag das bisherige Monatshoch. Dort ist mit Gegenwind zu rechnen.
Die Hintergründe. Das Unternehmen hat am Sonntagabend Geschäftszahlen für das erste Quartal präsentiert. Das Unternehmen legte zwar eine halbe Milliarde Euro zurück (für etwaige Kreditausfälle), schaffte aber dennoch – selbst nach Steuern – eine schwarze Zahl. Das erfreut die Aktionäre, die sich zu Wochenbeginn den Banktitel schnappen.
Die Prognose. Der Stabilisierungsprozess geht in die nächste Runde. Die Marke von 5,30 Euro ist als Unterstützung im Auge zu behalten. Nächstes Kursziel: 6,38 Euro. Dann entscheidet sich, wieviel Kraft die Bullen wirklich haben. Im Idealfall laufen die Notierungen bis 6,84 Euro / 7,00 Euro. Spätestens dann aber sollten Anleger mit Gewinnmitnahmen rechnen und etwaige (Buch)gewinne absichern.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Bulle: Er steht im Börsenjargon für die Aufwärtsbewegung. Herleitung: Der Bulle stößt mit seinen Hörnern von unten nach oben – und stürmt allzeit nach vorne.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.
Autor: Manfred Ries ist Chefredakteur des wöchentlichen Börsenbriefs Optionsscheine Expert Trader, eine Publikation aus dem Hause Stockstreet. Weitere Infos unter: https://www.stockstreet.de/optionsscheine-expert-trader-aktuell