BASF: Korrektur könnte andauern
Ausgabe vom 01.06.2017 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Der Aktienkurs von BASF durchlebt derzeit eine Korrektur: Seit Anfang April haben die Notierungen um mehr als zehn Prozent nachgegeben. Kurs am 1. Juni 2017: 84,10 Euro (11:35 Uhr). Geht es jetzt weiter abwärts? Ein Blick auf...
…die Charttechnik. Die BASF-Aktie notiert wieder unterhalb ihrer durchschnittlichen Kurse der vergangenen 200 Handelstage (A). Damit nimmt die Schwungkraft der Aufwärtsbewegung sichtbar ab. Hiervon zeugt nicht zuletzt der MACD-Indikator auf wöchentlicher Kursbasis, der knapp vor dem bisherigen Jahreshoch bei 94,32 Euro ein Verkaufssignal (B) generiert hat. Dieses Signal wurde einige Wochen später durch eine negative Kerzenformation (C) bestätigt.
Die Fundamentals. Die Meinungen unter den Fundamentalanalysten gehen im Falle der BASF-Aktie – wieder einmal – auseinander. Herausragend: Die Einstufung durch die Analysten der Deutschen Bank. Sie sprechen sich für ein „Buy“ aus mit einem Kursziel von 101 Euro. Wir aber bleiben bei der Charttechnik...
Die Prognose. (Noch) ist die langfristige Aufwärtstrendlinie (D) intakt, doch sie wankt. Eine zusätzliche Unterstützung erfährt der Titel im Bereich um 82,14 Euro an einer horizontalen Unterstützungslinie. Ob diese jedoch hält, muss sich noch erweisen. Derzeit kann, aufgrund der Ausgangslage, eine Fortsetzung der begonnenen Korrektur nicht ausgeschlossen werden. Dabei wäre als nächstes Kursziel der Bereich um 74,54 Euro zu definieren. Auf der Oberseite gilt die Marke um 94,32 Euro – dem bisherigen Jahreshoch – als härterer Widerstand.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Buy: Englisch für „Kaufen“.
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.