Aareal Bank: Noch keine Entwarnung
Ausgabe vom 31.07.2019 von Manfred Ries
Von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Die Aktien der im MDAX notierten Aareal Bank AG steigen am Mittwoch um 5,3 Prozent. Damit gehören die Titel zu den Index-Outperformern. Kurs am Mittwoch, 31. Juli 2019 (12 Uhr): 25,75 Euro.
Die Charttechnik. Obiger Monatschart bildet die langfristige Kurshistorie ab. Die Titel standen zuletzt unter starkem Verkaufsdruck. Zur Erinnerung: Das 2018er-Hoch lag bei 42,93 Euro; dies entspricht zugleich dem bisherigen Allzeithoch. Damit notieren die Titel noch immer 40 Prozent unterhalb ihres Jahrestops. Charttechnisch gilt die Kurslinie um 20,95 Euro als langfristige und relativ stabile Unterstützung (A).
Die Hintergründe. Die Aareal Bank – ein Immobilienfinanzierer – möchte sich offenbar von einem Minderheitsanteil an seiner Software- und Dienstleistungstochter Aareon trennen. Dies wurde am Dienstag, 30. Juli, publik.
Die Prognose. Der Abwärtstrend ist intakt; hiervon zeugt die 200-Tagelinie (C) mit ihrem stark fallenden Verlauf. Zudem wartet jetzt, bei 25,82 Euro, ein erster Widerstand (B). Das bisherige Jahreshoch fand sich Ende Mai bei 31,50 Euro (D). Aus charttechnischer Sicht sollte jetzt zumindest der MA(200), derzeit bei 27,98 Euro verlaufend, nach oben überwunden werden um die derzeit getrübte Ausgangslage aufzuhellen.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Kerze („Candle“): Bildet innerhalb der Kerzenchartanalyse (Candlestick-Chartanalyse) die Kursdaten (Eröffnungs-, Hoch-, Tiefst-, Schlusskurs) einer Handelsperiode ab. Kerzencharts beinhalten damit wesentlich mehr Kursinformationen als herkömmliche Liniencharts.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Target: Englischsprachige Bezeichnung für „Kursziel“.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.