Palladium: Wie tief die Preise jetzt noch fallen können
Ausgabe vom 10.11.2023 von Manfred Ries

Freitag, 10. November 2023
Liebe Leserinnen und Leser,
was gibt’s Neues in/aus der Welt der Rohstoffe, Emerging Markets und Devisen? Aktuell im Blickfeld der Investoren: die Rohstoffe. Heute gilt mein Blick dem Basiswert Palladium. Der Rohstoff stand zuletzt wieder, mit den anderen Commodities, unter starkem Druck. Der Preis für eine Unze Palladium am Freitag, 10. November 2023 (20:15 Uhr MEZ): 970,25 USD (-3,3%).
Der Rohstoff
Palladium ist ein glänzendes Edelmetall und heller als Silber. Zudem gilt es als härter und zäher als Platin. Gleichzeitig hat Palladium einen sehr geringen Schmelzpunkt und lässt sich damit relativ gut verarbeiten. Der größte Nachfragetreiber ist die Automobilindustrie, wo es insbesondere für Katalysatoren verwendet wird.
Zum Hintergrund
Russland zählt, neben Südafrika, zu den größten Produzenten von Palladium. Sanktionsmaßnahmen gegen Russland haben den Palladium-Preis Anfang März 2022 bis auf 3435 USD getrieben. Zwischenzeitlich jedoch kostet eine Unze Palladium wieder so viel / so wenig, wie letztmalig im Jahr 2018: weltweit wachsende Rezessionsängste belasten insbesondere jene Metalle, die eine industrielle Verwendung finden.
Die Ausgangslage
Oben abgebildet: der Langfristchart des Palladium-Preises auf Monatsbasis. Dabei symbolisiert jede Kerze den Kursverlauf eines Handelsmonats. Das letzte Candle im Chartbild zeigt also die Preisbewegung seit Anfang November – und zeugt damit vom starken Preisverfall von Palladium. Deutlich zu erkennen: die steil fallende 200-Tagelinie, die das übergeordnete Trendverhalten des Palladium-Preises aufzeigt: und dieser Trend verläuft bereits seit mehr als einem Jahr abwärts! In der aktuellen Handelswoche wurde die – insbesondere psychologisch bedeutsame – Schlüsselmarke von 1000 USD nach unten durchbrochen: Aus charttechnischer Sicht ist dies als starkes Verkaufssignal zu bewerten.
Die Prognose
Der Palladium-Preis bewegt sich innerhalb eines langfristigen Abwärtstrends nach unten – wir erleben den zweiten Handelsmonat in Folge mit Kursverlusten! Aktuell ist keine Trendwende in Sicht, trotz der bereits seit Monaten überverkauften Marktsituation (siehe Slow-Stochastik- und DIX-Indikator). Die 1000-USD-Preislinie hat sich in einen Widerstand gewandelt. Für eine nachhaltige Trendwende jedoch bedürfte es aber schon Kurse oberhalb von 1330 USD (= 200-Tagelinie). Long-Engagements drängen sich damit, in diesem aktuellen Marktumfeld, nicht wirklich auf.
Soweit für heute aus der spannenden Welt der Commodities. Ich wünsche Ihnen eine schöne und erfolgreiche (Trading)Zeit!
Herzlichst, Ihr
Manfred Ries, Chefredakteur
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Der Autor: Manfred Ries begann 1984 seine Bankausbildung – der Einstieg ins Börsengeschäft. Dem folgten Tätigkeiten als Privatkundenberater und im Devisenhandel einer Großbank. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre absolvierte er bei einem namhaften Anlegermagazin ein Volontariat als Wirtschaftsjournalist und war lange Jahre als Redakteur in leitenden Positionen tätig. Seit vielen Jahren schon analysiert und schreibt Manfred Ries für Stockstreet.de als Chefredakteur der Online-Rubrik Chart-Analysen sowie als Autor des wöchentlichen Börsenbriefs Optionsscheine Expert Trader© und des Börseninformationsdienstes Rohstoff & Emerging Markets News.