Sinkende Gewinne passen nicht zu steigenden Aktienkursen
Ausgabe vom 13.03.2019 von Sven Weisenhaus
Die gestrige Analyse der Konjunkturdaten aus den USA hat gezeigt, dass die US-Wirtschaft noch einen soliden Eindruck macht. Und daher sind die jüngsten Kursgewinne in den US-Indizes durchaus verständlich. Allerdings gilt dies nicht uneingeschränkt. Denn angesichts voraussichtlich sinkender Unternehmensgewinne im 1. Quartal 2019 haben die gestiegenen Aktienkurse natürlich wieder zu einer höheren fundamentalen Bewertung geführt.
Und diese divergierende Entwicklung verschärft sich sogar. Denn aktuell schätzen Analysten den Gewinnrückgang für die Unternehmen aus dem S&P 500 für das 1. Quartal 2019 auf -3,4 %. Vor genau einem Monat lagen die Erwartungen noch bei „nur“ -1,7 %. Auch beim Umsatz wurden die Erwartungen noch einmal gesenkt, von zuvor 5,4 % auf nun 4,9 %.

Seit Jahresbeginn haben Analysten die Gewinnschätzungen für die Unternehmen des S&P 500 für das 1. Quartal 2019 insgesamt um 6,6 % gesenkt (siehe auch folgende Grafik). Diese Abwärtsrevision ist ziemlich drastisch. Denn in den letzten fünf Jahren (20 Quartale) betrug der durchschnittliche Rückgang der Gewinnschätzung in den ersten zwei Monaten eines Quartals nur 2,4 %. Auf Sicht von 10 bzw. 15 Jahren waren es durchschnittlich 2,8 % bzw. 2,9 %.

Der S&P 500 hat sich derweil von seinem Korrekturtief in einem rekordverdächtigen Tempo erholt (siehe auch „US-Indizes stellen neuen Rekord auf“), womit die Schere zwischen Kurs- und Gewinnentwicklung wieder deutlich auseinandergegangen ist.
Dadurch liegt das 12-Monats-KGV des S&P 500 nun schon wieder bei 16,0 und damit nur noch knapp unter dem 5-Jahres-Durchschnitt von 16,4 und bereits wieder deutlich oberhalb des 10-Jahres-Durchschnitts von 14,7.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
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